Skyline of Richmond, Virginia

Speicher - Viel Wind um Energie

05.31.08

> […]
> Zu den vorgenannten Punkten hatte sich schon jemand anderes kritisch
> geäußert - dem ich weitegehend zustimme.
Dazu habe ich was geschrieben.
[ Windstromproduktion > Last in Schwachlastzeiten ]
> > Das ist das wirkliche Problem mit dem Windstrom und der
> > Grund, warum man Speicher irgendeiner Art braucht. Das
> > Problem ist nicht unloesbar. Es ist aber eine technische
> > und logistische Herausforderung.
> Es ist vor allem eine Herausforderung bezüglich Effizienz und
> Wirtschaftlichkeit!
Reg Dich ab.
> JEDE Zwischenspeicherung von erzeugtem Strom vor dem Verbrauch
> bedeutet eine zweimalige! (in den Speicher und wieder heraus)
> Umwandlung des Stroms, mit jeweils mehr oder weniger hohen
> Umwandlungsverlusten - (Du erinnerst dich an die Sache mit den
> physikalischen Grundlagen?).
Die Umwandlungsverluste sind bekannt und kalkuliert. Die
gern gepriesene “Grundlasttechnologie” Kernenergie pumpt
jede Nacht zweistellige GWh-Mengen in die von ihr mit
Beschlag belegten Speicher, da sie systembedingt am
Bedarf vorbei in Schwachlastzeiten ueberproduziert. Daher
sind die gern zitierten minimalen Gestehungskosten von
3 Ct/KWh bei der Kernenergie auch Augenwischerei.
Schaetzungsweise ein Drittel der Stromproduktion der
AKW kommen auf dem Umweg ueber Speicher zum Verbraucher
und verteuern den so gelieferten Atomstrom um 25-30%
> Wenn du dabei “nur” mit insgesamt 20%-30% (optimistisch) Verlust
> rechnest, muss man diese Verlustrate sowohl in die Energiebilanz als
> auch in die Kostenbilanz einrechnen! Die Kosten für Herstellung und
> Unterhalt der Speichereinrichtung selbst kommen ausserdem hinzu. Und
> JETZT können wir noch mal die Kosten von Windenergie betrachten …
Richtig, das koennen wir. Bei Windenergie gilt ein Anteil
von ca. 10% der installierten Leistung als “gesicherte
Energie”, also das, was in der Betriebszeit praktisch stets
zur Verfuegung steht (die Definition gilt weitraeumig, weshalb
etwa 100%-Ausfaelle in einem begrenzten Regelbereich ausserhalb
der Betrachtung bleiben). Bei Onshore-WEA gilt ein Betrag von
9-12% der installierten Leistung als gesichert, und 15-20% der
installierten Leistung wird im Schnitt geerntet.
Speicher bieten bei einer nach dem energetischen Dargebot
schwankenden Energieform wie der Windenergie die Moeglichkeit,
die Produktion zu verstetigen. Man spricht davon, sie
“semikonstant” zu halten, was heisst, dass man die Abweichung
in einer Richtung, naemlich nach unten, unterhalb eines
Schwellwerts durch Speicher abpuffert. Ein angenehmer Neben-
effekt ist die Begrenzung des Anstiegs des Angebots an
Windstrom bei hohem Dargebot in Schwachlastzeiten.
Damit kann vermieden werden, dass Windstrom ungenutzt
bleibt, wenn er zu unguenstigen Zeiten zur Verfuegung steht.
Bei zunehmender Windkraftnutzung wird das haeufiger der
Fall sein. Und bei sinkenden Produktionskosten wird das
immer weniger zum Problem. Selbst wenn gespeicherter
Windstrom ein Drittel teurer ist als ungespeicherter, ist
das ein marginales Problem, solange nur ein Zehntel oder
weniger der gesamten Produktion gespeichert werden muss.
> Dies gilt im Prinzip für jede Form der Energieerzeugung, die nur
> schwankend und nicht in der Menge steuerbar erfolgt.
Falsch. Das Problem gilt genauso fuer AKW und Braunkohle-
kraftwerke, also Energieerzeugung, die schlecht im Last-
folgebetrieb ist. Dort, bei den “Grundlastkraftwerken”,
muss sogar ein erheblich hoeherer Anteil der Produktion
gespeichert werden, da sie nachts strukturell und nicht
bloss zufaellig stets erheblich ueber Bedarf produzieren.
a^2

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