Skyline of Richmond, Virginia

XML: Mit Volldampf zurück in die Datenbank-Steinzeit? - iX 8/2003, S. 42: XML-Speicher

08.25.08

> …legen länger?
>
> In meiner IT-Frühzeit, wusste man noch, dass es verschiedene
> Datenbankparadigmen gibt: Netzwerk-BDs, hierarchische und
> relationale. Letztere haben dabei den großen Nachteil, dass sie (a)
> keine Strukturinformationen in der datenbank haben (heute nicht mehr
> ganz richtig)
Seit eh und je ist ein Katalog Bestandteil einer relationalen
Datenbank, und der enthält alle Strukturinformationen.
> und dass (b) die Verknüpfung der Daten zur Laufzeit
> sehr aufwändig ist.
>
Das trifft zwar auf die derzeitigen Implementierungen zu, ist aber
kein Problem des relationalen Modells. Nichts hindert ein RDBMS
daran, Sätze in Tabellen, die oft gejoint werden, intern mit
Datenbank-Pointern zu verknüpfen.
Auch kann ein RDBMS eine interne Denormalisierung durchführen.
Leider können die heutigen DBMS das nicht. Die Folge ist, dass man
beim Datenbankdesign der Performance wegen eine Denormalisierung
macht und sich damit dann Probleme mit der Datenintegrität
einhandelt.
> Für viele Anwendungen sind RDBMS nicht geeignet, da sie jedoch gut
> auf die “klassischen” Datenbankanwendungen passen, haben sie sich so
> weit durchgesetzt, dass heute jeder mit “Datenbak” “relationale
> Datenbank” meint. Bei der Persistenz von Objekt- und XML-Strukturen
> kommen aber alte Bekannte wieder zum Vorschein: ein OODBMS ist
> nämlich nichts weiter, als eine Netwerk-DB mit speziellen
> Mapping-Mechanismen, eine XML-DB ist eine hierarchiche DB.
>
Was sich zur Zeit abspielt, ist schon ziemlich verrückt:
Der so ziemlich einzige Vorteil von XML (wenn es um Daten und nicht
um Dokumente geht) ist, dass es ein Format ist, auf das sich die
verschiedenen Hersteller einigen konnten.
Weil nun Daten im - wie zu Recht bemerkt - hierarchischen XML-Format
ausgetauscht werden, sollen sie nun plötzlich wieder hierarchisch
gespeichert werden und wir sind was Datenmodelle betrifft wieder in
den 50ern angelangt.
Da aber das hierarchische Modell schon früher nicht vernünftig
funktioniert hat, wird den XML-Datenbanken nach meiner Einschätzung
auch kein Erfolg beschieden sein. Allen Daten eine Hierarchie
überzustülpen und die übrigen Beziehungen mit Refernzen auszudrücken
ist nun mal kein brauchbarer Ansatz zur Datenmodellierung.

Re: Effizienz und Real-World-Daten - iX 8/2003, S. 42: XML-Speicher

08.25.08

> Die Hierarchie von XML ist zwar gut und sinnvoll, fuer mich jedoch
> aehnlich beschraenkt wie die Hierarchie von ueblichen Dateisystemen.
> afaik kann man Daten mit XML nicht nach mehreren Hierarchien ordnen,
> also eine Datei (um beim FS zu bleiben) mehreren baumartig sortierten
> Kategorien/Ordnern zuordnen.
Also hier geht genau das mit UFS problemlos, die multiplen Referenzen
– durchaus in verschiedenen Verzeichnissen — auf eine Datei,
welche im Dateisystem über eine eindeutige Nummer angesprochen wird,
existieren völlig gleichberechtigt nebeneinander. Erst nach Entfernen
der letzten Referenz wird die Datei gelöscht. Diese Technik ist
übrigens nichts neues, sondern existiert bereits seit Jahrzehnten.
Nur weil FAT es nicht kann, heißt es nicht, daß es überhaupt nicht
geht.
Ob es mit XML auch geht, darüber erlaube ich mir kein Urteil, weil
ich zur Zeit zu wenig darüber weiß.
> Das geht bei relationalen Datenbaenken doch relativ geschickt, auch
> wenn beileibe nicht optimal: der Kategorien-Baum wird rekursiv
> aufgebaut und die Daten in einer m:n-Verbindung zugeordnet.
IMHO will M$ mit dem neuen