>
> > M.Z.H. schrieb am 9. Juli 2003 10:00
> >
> > > und dass (b) die Verknüpfung der Daten zur Laufzeit
> > > sehr aufwändig ist.
> >
> > Das trifft zwar auf die derzeitigen Implementierungen zu, ist aber
> > kein Problem des relationalen Modells. Nichts hindert ein RDBMS
> > daran, Sätze in Tabellen, die oft gejoint werden, intern mit
> > Datenbank-Pointern zu verknüpfen.
>
> Das passende Gegenargument an dieser Stelle lautet wohl eher:
>
> In RDBMS ist es wenigstens möglich eine valide und validierte
> Verknüpfung der Daten zur Laufzeit durch datenbank eigene Mechanismen
> herzustellen. Das Problem von Objektdatenbanken, wie auch von
> XML-Datenbanken ist doch, dass die Validität von Objektreferenzen
> nicht sichergestellt werden kann. Schon alleine deshalb nicht, weil
> Objektdatenbanken kein beweisbares mathemathisches Modell zu grunde
> liegt. Das aber ist mit der Mengenlehre bei den RDBMS grundsätzlich
> anders.
Nuja… so ganz kann man das wohl nicht gelten lassen. Natürlich kann
die Referenzierung geprüft und auch intakt gehalten werden.
>
>
> > Was sich zur Zeit abspielt, ist schon ziemlich verrückt:
> >
> > Der so ziemlich einzige Vorteil von XML (wenn es um Daten und nicht
> > um Dokumente geht) ist, dass es ein Format ist, auf das sich die
> > verschiedenen Hersteller einigen konnten.
> >
> > Weil nun Daten im - wie zu Recht bemerkt - hierarchischen XML-Format
> > ausgetauscht werden, sollen sie nun plötzlich wieder hierarchisch
> > gespeichert werden und wir sind was Datenmodelle betrifft wieder in
> > den 50ern angelangt.
Jein. Wenn Du auf CODASYL etc. ansprichst, so stimmt dies nicht ganz.
Der Vorteil von XML ist die Flexibilität und die Verfügbarkeit von
Tools. Ohne die Tools ist die Verpackung in XML kein Vorteil, sondern
ein Nachteil. Mit Tools und Libs kann ich aber automatisch
einkommende Daten validieren und darauf zugreifen. Das kann ich mit
allen idiotischen Binärformaten, die zu zehntausenden in den letzten
30 Jahren definiert wurden nicht.
> >
> > Da aber das hierarchische Modell schon früher nicht vernünftig
> > funktioniert hat, wird den XML-Datenbanken nach meiner Einschätzung
> > auch kein Erfolg beschieden sein. Allen Daten eine Hierarchie
> > überzustülpen und die übrigen Beziehungen mit Refernzen auszudrücken
> > ist nun mal kein brauchbarer Ansatz zur Datenmodellierung.
>
> full ack. Oder wie Date zu sagen pflegte, wer das relationale Modell
> verstanden hat, weiß, dass Objektdatenbanken überflüssig sind.
Auch wieder nur halb. Es geht ja auch um den Zugriff und die
Transformation. Zudem kann man in OODB rekursive Zugriffe machen. Das
ist ein Paradigma, welches relationalen Datenbanken fern ist.
Aktuell würde ich die Zukunft am Ehesten in Objektrelationalen DB’s
sehen, die mich genau dabei unterstützen. Auch das Benutzen von
DataBlades (oder wie sie auch in welchem Produkt auch heissen mögen)
erweitert die Möglichkeiten sehr.
Ich stimme Dir dahingehend zu, dass man mit RDBs garantiert weit über
95% aller Fälle ausreichend und genügend abdecken kann, aber eben
nicht allzuviel.
Der eigentliche Vorteil von XML ist einfach die Universalität. Mit
einem “Insert”-Statement-Dump kann ich nicht viel anfangen. SQL ist
auch viel zu verwässert für universelle Lösungen. Aber aus XML
(zusammen mit nem schönen Schema) kann ich nahezu alles machen.
Automatische Code-Generierung für Zugriffsklassen, einfaches
Validieren und Parsen etc.pp. (hier empfehle ich einen ausführlichen
Blick auf .NET), Transformation in andere Formate, ohne die Kodierung
der Daten selbst anzugreifen, die Möglichkeiten sind wirklich
enorm…
hedgens
No comments so far
Line and paragraph breaks automatic, e-mail address never displayed, HTML allowed:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>