dass in einem Berliner Kraftwerk große rotierende Massen in Schwung gehalten werden, um mit der gespeicherten Rotationsenergie bei Stromausfällen oder als Spitzenlastabdeckung für eine gewisse (kurze) Zeit Strom erzeugen zu können. Es gab/gibt? Notstromgeneratoren, die über ständig laufende Schwungscheiben (statt E-Anlasser) angeworfen werden, aber dabei reden wir von kW, nicht MW. So ist es. Auf dem Torfhaus und in Berlin, wo weiß ich nicht, standen ja die Türme für die Richtfunkverbindung Berlin - BRD. Die Notstromgeneratoren besaßen jeder eine große Schwungscheibe, die soviel Energieinhalt hatte, daß sie den Generator im Bedarfsfall innerhalb eines Telegrafenschritts auf Nenndrehzahl hochreißen konnte. (1 Telegrafenschritt = 20 ms) Die auftretenden Kräfte kann sich der geneigte Leser vorstellen, aber sie wurden beherrscht. Über die Leistung der Notstromgeneratoren weiß ich nichts, ich kann mir aber vorstellen, daß sie mehrere hundert kW betrug. Interessant war an dieser Richtfunkverbindung auch eine andere technische Besonderheit. Da die Gegenstelle unter dem elektrischen Horizont lag (Überhorizont-Verbindung) waren ungestörte Verbindungen schwierig. Deshalb wurde die Richtfunkverbindung in jeder Richtung doppelt ausgelegt und immer auf das gerade bessere Antennensignal umgeschaltet. (Diversity-Empfang, kennt heute jeder von seiner WLAN-Station mit den zwei Antennen.) Wer damals mal mit Berlin telefoniert hat, der konnte sich bestimmt nicht über schlechte Verbindungen beklagen.
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